Brandschutz – Heuballen und Strohballen

Brandschutz – Heuballen und Strohballen!

Eingelagertes Heu
Bei der Einlagerung von Heu fällt vielen auch gleich der Begriff „Heuselbstentzündung“ ein, der schon viele Gebäude zum Opfer gefallen sind.

Wird das Heu zu feucht eingelagert, können sich die in ihm enthaltenen Mikroorganismen aufgrund des Feuchtegehaltes und einer guten Wärmedämmung gut vermehren. Bei diesem biologischen Prozeß wird Wärme freigesetzt, die zur einer weiteren schnellen Vermehrung der Mikroorganismen beiträgt. Dieser Kreislauf kann sich soweit fortsetzen bis die Temperatur für eine Heuentzündung erreicht ist.

Es wurde festgestellt, das zu feucht eingelagertes bzw. nachträglich durchfeuchtetes Heu und in Verbindung mit einer starken Pressung  (= Dämmung) selbst entzünden kann.

VORBEUGEN

Die Dächer, Wände und Böden des Lagergebäudes sollten keinen Regen durchlassen, damit das Heu trocken bleibt.

Die Heumassen sollten auf kleinere Stapel verteilt werden, um die Lagerdichte nicht allzu groß werden zu lassen welches die Wärmeabfuhr begünstigt.
Hockdruckballen müssen aus diesem Grund mit einem ausreichenden Zwischenraum gestapelt werden.

Die Temperatur muss regelmäßig mit einer Heustocksonde in einem Abstand von max. 2 Metern gemessen werden, die in der Regel bei der örtlichen Feuerwehr vorhanden sind. (Die Feuerwehr Berumerfehn hat dieses Messgerät)
Die Messungen sollten über einen Zeitraum von ca. 8 Wochen regelmäßig erfolgen und in einem Protokoll festgehalten werden.
Die erste Messung soll 1-2 Tage nach der Einlagerung und in den folgenden Wochen mindestens einmal wöchentlich wiederholt werden.

Diese Messung ist kostenlos.

Temperaturen im Stapelgut
Was besagen die gemessenen Temperaturen?

Tempe-
ratur °C
Vorgang Maßnahmen
bis 45 normale Gärung keine Maßnahmen erforderlich
45-55 noch zulässige Überhitzung erhöhte Aufmerksamkeit!
Stapel mit Heusonde alle 8 Stunden kontrollieren
55-60 Übergärung, beginnende Nährwertverluste Gefahr!
Stapel mit Heusonde alle 2 Stunden kontrollieren, gefährdete Stellen freilegen
60-70 erhebliche Übergärung, Braunheubildung Brandgefahr!
Feuerwehr rufen, bei Wasser am Strahlrohr 1,5 m breiten Gang zum Hitzenest vortreiben
70-90 starke Übergärung, Heu zu Futterzwecken kaum noch verwendbar hohe Brandgefahr!
Feueralarm, da spontaner Durchbruch der Glut möglich, bei Wasser am Strahlrohr Heustock schichtweise abtragen; abgetragenes Heu wegen Entzündungsgefahr in genügendem Abstand von Gebäuden lagern
über 90 Gasbildung, starke exotherme Prozesse äußerste Brandgefahr!
größte Vorsicht beim Abräumen, ggf. mehrere Rohre in Bereitschaft