Geschichte der FF Berumerfehn

Geschichte

 

Ein Rückblick auf die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Berumerfehn zum 50jährigen Bestehen

-geschrieben von Hinrich Holländer, damaliger Ortsbrandmeister Berumerfehn

Als mir vom Ortskommando der Auftrag erteilt wurde, über die Geschichte dieser Wehr aus Anlass ihres 50jährigen Bestehens zu schreiben, habe ich gleich zugesagt, weil ich das als eine leichte Aufgabe ansah. Beim Zusammentragen der Daten und Fakten musste ich jedoch sehr schnell erkennen, dass ich hier leichtfertig eine mühselige Arbeit übernommen hatte. Der Wille, mir zu helfen, war überaus groß. Die Schwierigkeiten lagen darin, dass das Erinnerungsvermögen der heute noch lebenden „Zeugen der ersten Stunden“ äußerst schwach war und schriftliche Unterlagen nur in begrenztem Maße zur Verfügung standen. Wenn nun doch eine recht umfangreiche Beschreibung der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Berumerfehn entstanden ist, so setzt sich diese aus vielen einzelnen Mosaiksteinchen zusammen, die nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen wurden. Ich möchte deshalb an dieser Stelle all denen danken, die mir bei der Suche nach Daten und Fakten geholfen haben. Alle hier namentlich aufzuführen, würde sicherlich den Rahmen dieser Beschreibung sprengen.

Brände aller Art mit ihren vielfältigen Entstehungsursachen mussten in früherer Zeit als gottgewollte Heimsuchung hingenommen werden. Eine wirksame Brandbekämpfung war nicht möglich. Erinnerungen an solche Brandkatastrophen sind vielerorts durch Erzählungen über Generationen hinaus Wach geblieben (Molkerei Berumerfehn, Gastwirtschaft Rosenberg/Saueressig, Westermoordorf). So wurde denn auch von dem damaligen Bürgermeister Heinrich Rüstmann nach dem ersten Weltkrieg eine Verordnung herausgegeben, dass in jedem Haushalt ein Brandeimer vorhanden sein musste, der mit der Hausnummer des jeweiligen Hauseigentümers gekennzeichnet war. Auch wurden von der Gemeinde Brandaufseher bestellt, deren Aufgabe es war. die Brandeimer, die Brandhaken und den „Püttstock“ zu kontrollieren. Gleichfalls wurde der Schornstein auf seine Vorschriftsmäßigkeit geprüft.

Als Brandaufseher in der Gemeinde Berumerfehn war für den Ortsteil Berumerfehn der Handwerksmeister Edo Meyer und für den Ortsteil Westermoordorf der Handwerksmeister Klaas Warfsmann bestellt. Das Löschen mit diesen Wassereimern konnte ein Feuer naturgemäß nur bei kleineren Bränden eindämmen. Wichtiger war oft die Sicherung nebenstehender Gebäude, wobei vor allem die Strohdächer nass gehalten werden mussten. Einziger Trost nach einem Brandunglück auf dem Lande war nur, dass die alterprobte Nachbarschaftshilfe noch lange erhalten blieb und dafür sorgte, dass mindestens ein Mitglied eines jeden dörflichen Haushalts beim Aufräumen der Brandstelle mithalf und auch Hand anlegte bei den Vorbereitungen zur Errichtung einer neuen Behausung.

Diese Entwicklung führte letztendlich zu der Entscheidung, im Frühjahr des Jahres 1935 in der Gemeinde Berumerfehn eine eigene Feuerwehr zu gründen. Der damalige Bürgermeister Nikolaus Schoof kam mit dem Kreisfeuerwehrführer Tjaden aus Norden überein, dass man aus den bestehenden Feuerwehren Hage und Lütetsburg eine Verbandsfeuerwehr mit den umliegenden Gemeinden machen könnte, um einen Anfang zu bekommen. So wurden dann am 16. Mai 1935 die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden Lütetsburg, Hage, Hagermarsch, Halbemond, Berumbur, Großheide und Berumerfehn eingeladen, im „Weißen Hause“ in Hage diese Verbandsfeuerwehr aus der Taufe zu heben. Trotz des schlechten Wetters hatten sich im „Weißen Hause“ etwa 150 Personen aus den umliegenden Gemeinden eingefunden, um an der Gründung teilzunehmen. Damit hat die Versammlung eindeutig gezeigt, dass im Gegensatz zu früheren Jahren jetzt auch auf dem Lande lebhaftes Interesse für die Feuerwehr herrschte. Nach verschiedenen Ausführungen des Kreisfeuerwehrführers über die Aufgaben, Rechte und Pflichten der Feuerwehrmänner wurde von dem Hauptbrandmeister Heyo von Lengen die für die zu gründende Verbandsfeuerwehr Hage- Lütetsburg vorgesehene Satzung verlesen, die in der vorliegenden Form einstimmig angenommen wurde.

Damit war die Verbandswehr aus der Taufe gehoben.

Zum Führer der neuen Verbandswehr wurde der Hauptbrandmeister Bogena aus Lütetsburg und zum Stellvertreter der Oberbrandmeister Meinen aus Hage ernannt.Die einzelnen Ortswehren wurden von den Löschmeistern Peter Brökelmann für Berumerfehn, Engelbert Brüling für Halbemond, Eberhard Meyer für Hagermarsch, Peter Janssen für Großheide und Eberhard Scheepker für Berumbur geführt. Der Bürgermeister von Berumerfehn legte allen nicht anderweitig organisierten Männern der Gemeinde nahe, sich der Freiwilligen Feuerwehr anzuschließen. Insgesamt kamen beim ersten Dienst 34 Männer dieser Aufforderung nach, wovon gleich zwanzig der Feuerwehr beitraten. Die erste Anschaffung war eine Armbinde mit der Aufschrift „Feuerlöschverband Hage- Lütetsburg“. Unter Leitung des Wehrführers Peter Brökelmann und seines Stellvertreters Heye Tapper wurde ab sofort jeweils sonntags vormittags beim Kompaniehaus ein Feuerwehrdienst abgehalten. Die äußerst schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse ließen die Anschaffung von Uniformstücken oder gar Löschgeräten nicht zu, so dass sich der sonntägliche Übungsdienst zu nächst im Exerzieren, dem sogenannten „Fußdienst“ erschöpfte. Da im Frühjahr 1936 für die Hager Wehr eine Motorspritze angeschafft wurde, konnte die dortige Handdruckspritze der Feuerwehr Berumerfehn übergeben werden. Es handelte sich um ein im Jahre 1902 von der Firma G. A. Händel in Leipzig gebautes Gerät mit einer Leistung von 275 Litern in der Minute. Die Spritze wurde zuerst in der Scheune des späteren Kameraden Poppe Rykena untergestellt. Im selben Jahr wurde auch ein Spritzenhaus errichtet. Der Bauschein wurde am 22. Februar 1936 vom Kreisbauami Norden mit der Nr. 601/35 ausgestellt. Ein Grundstück wurde von dem Kameraden Christoffer Behrends zur Verfügung gestellt, und der Bauunternehmer Franz Brökelmann aus Westermoordorf erhielt vom Feuerlöschverband den Bauauftrag. Auch die Ostfriesische Brandkasse in Aurich hat sich mit 230 RM an der Finanzierung beteiligt. Das Spritzenhaus wurde im Sommer 1936 eingeweiht und stand am Kanal neben dem heutigen Textilhaus Brökelmann. Die Größe war so bemessen, dass die Handdruck-Spritze und das Schlauchmaterial gerade darin Platz fanden. Leider war nirgendwo mehr ein Foto aufzutreiben. Ab diesem Zeitpunkt war es dann auch möglich, einen sinnvollen Feuerwehrdienst abzuhalten.

Bei dem Wohnhausbrand des Einwohners Fritz Griepenburg in Westermoordorf am 20. Juli 1937 hat die Spritze dann ihre Feuertaufe bestanden. Im Brandbericht des Löschmeisters Brökelmann stand zu lesen: Nach 1,5 Stunden Wassergeben war das Feuer gelöscht, das Gerät war in Ordnung und funktionierte tadellos. Im Jahre 1938 trat der Löschmeister Peter Brökelmann in die Altersabteilung, und sein Stellvertreter Heye Tapper übernahm die Wehr. Als stellvertretender Johann Bley bestimmt. Anfang 1939 wurde die Wehr dann auch uniformiert. In eine‘ alten Geräteliste stehen 17 Pilotröcke, 2 Tuchröcke, 19 Schirmmützen, 18 Koppel mit Schulterriemen und 2 Seitengewehre verzeichnet. Es folgte dann der Beginn des zweiten Wellkrieges, und mit der Ausweitung dieses unseligen Krieges wurden nach und nach auch die wehrfähigen Mitglieder der Feuerwehren zum Kriegsdienst eingezogen. Da die Feuerwehr jedoch in der Kriegszeit unbedingt einsatzfähig bleiben musste, wurde auf die damalige Hitler-Jugend zurückgegriffen. Schnell erlernten sie die notwendigen Handgriffe, um mit dem Löschgerät umgehen zu können. Im Sommer 1940 gehörten der HJ-Feuerwehr 13 Jugendliche an. und unterstützt durch einige ältere Feuerwehrmitglieder bewährten sich die jugendlichen Feuerwehr-Hilfskräfte hervorragend. Im Sommer 1941 wurde dann ein TS-Anhänger mit einer Magirus- Kraftspritze angeschafft. Auch ein Zugfahrzeug wurde gebraucht. So wurde ein von der Kreisverwaltung beschlagnahmter PKW, ein Audi mit Wanderermotor aus dem Jahre 1932, der Feuerwehr Berumerfehn zur Verfügung gestellt. Das einzige Manko an diesem neuen Feuerwehrfahrzeug, aber schon alten Personenkraftwagen war, dass er nur auf gutes Zureden lief und im Ernstfall seine Dienste ganz versagte. In der HJ-Feuerwehr hatten wir zwei Kraftfahrzeug-Lehrlinge (Willi Erdmann und Jakob Garrels), die hatten ihre Freude daran, den Motor auseinanderzunehmen und die Innereien zu säubern. Nachdem sie den Fehler gefunden hatten, wurde der Motor wieder zusammengebaut, und der Wagen hat bis 1952 treu seine Dienste versehen.

Am 18. September 1941 brannte dann das Strohgedecktes Kolonistenhaus des Landwirts Gerhard Holländer in Westermoordorf, und die neue motorisierte Ausrüstung der Feuerwehr Berumerfehn und ihre Mannschaft hat sich sehr gut bewährt. Mehrfach wurde die Berumerfehner Wehr im Kriege auch nach Emden gerufen, um dort bei der Brandbekämpfung nach Bombenabwürfen mitzuhelfen. Einen Einsatz am 7. Juni 1942 habe ich selbst miterlebt. Da wurde uns jungen Feuerwehrleuten der Schrecken des Krieges vor Augen geführt. Wir waren in der Wilhelmstraße Haus Nr. 34 bis 52 mit anderen Wehren 12 Stunden im Einsatz. In dem Brandbericht des Wehrführers Heye Tapper stand zu lesen; Es gelang uns, eine gute Wasserentnahmestelle zu finden (Wasserleitung war defekt), so dass die Bekämpfung des Feuers sehr schnei! und wirksam erfolgen konnte. Die Bewohner der geretteten Häuser sprachen uns wiederholt ihre Anerkennung und Dankbarkeit aus.

Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges im Mai 1945 durfte die Freiwillige Feuerwehr als erste Organisation überhaupt ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Sogar die Feuerwehruniform – falls noch vorhanden – durfte wieder getragen werden. Von der Militärregierung wurden in der Gemeinde 6 Feuermeldestellen eingerichtet, die durch ein Schild in deutscher und englischer Sprache gekennzeichnet waren. Das letzte Schild zierte bis vor kurzem die Poststelle in Berumerfehn. Ich habe es abmontiert und im Feuerwehrhaus ausgestellt, damit es der Nachwelt erhalten bleibt.

Die aus dem Kriege zurückkehrenden Kameraden nahmen ihren Dienst in der Berumerfehner Feuerwehr in gewohnter Weise wieder auf. Heye Tapper war weiterhin Wehrführer, und der Hauptfeuerwehrmann Gerhard Uphoff wurde sein Stellvertreter. Da die Wehr nur aus älteren Mitgliedern bestand, erinnerte man sich an die HJ-Feuerwehr, und so traten im Jahre 1948 acht der ehemaligen Kameraden in die Feuerwehr Berumerfehn ein, von denen heute noch sechs ihren aktiven Dienst versehen. Die Geräte waren noch soweit vorhanden, wenn auch überaltert. Die Unterbringung war sehr schlecht, der Wagen stand im Spritzenhaus, und der TSA stand in der Scheune des Kameraden Poppe Rykena.

Nach der Währungsreform 1948 konnte so langsam an Ersatzbeschaffung gedacht werden. So wurde im Jahre 1952 an der Dorfstraße ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut. Die Ausschreibung lag bei der Gemeinde Berumerfehn, und der Bauunternehmer Peter Rosenberg aus Westermoordorf wurde mit dem Bau beauftragt. Dieses Gerätehaus halte 2 Boxen und was für die damalige Zeit sehr fortschrittlich war.

Unser damaliger Bürgermeister Jakob Erdmann war ein großer Förderer unserer Freiwilligen Feuerwehr. Dank der kostengünstigen Erstellung des Gästehauses konnte im Jahre 1953 noch ein LF 8 der Marke Opel Blitz angeschafft werden. Mit dem neuen LF 8 und dem ISA war die Berumerfehner Feuerwehr wieder voll einsatzfähig.

Seit diesem Erfolg entwickelte sich die Feuerwehr Berumerfehn zu einer Gemeinschaft, die in der heimischen Bevölkerung wie in den benachbarten Wehren besondere Beachtung fand und auch heute immer noch findet.

Auch die Feuerwehrschule in Loy (Oldenburg) war seit 1948 wieder voll funktionsfähig, und die Feuerwehrmitglieder wurden dort der Reihe nach ausgebildet. Nachdem der Kamerad Gerhard Uphoff verstorben war, wurde Dirk Meyerhoff zum Stellvertreter ernannt. Im Jahre 1956 wurde, um die Alarmierung zu verbessern, von der Gemeinde eine Sirene angeschafft.

Im Jahre 1959 wurde der alt gediente Wehrführer Heye Tapper in die Altersabteilung übernommen und Dirk Meyerhoff zum Gemeindebrandmeister ernannt. Als sein Stellvertreter fungierte dann Hinrich Holländer. Als größten Einsatz kann man aus der Zeit die Sturmflut 1962 bezeichnen. Aufzeichnungen sind aus diesem Zeitraum leider nicht mehr vorhanden. Viele Kameraden bekamen für ihren tagelangen Einsatz das Sturmflutabzeichen vom Niedersächsischen Innenminister verliehen. Da wir viele Einsätze im Moor hatten, wo das große Fahrzeug mit seiner Vorbaupumpe eingesetzt war, bestand keine Verbindung mit der Heimstation. Aus diesem Grunde wurde dann 1964 ein Mannschaftstransportfahrzeug (Ford Transit) angeschafft. Mit diesem Fahrzeug wurde dann bei größeren Bränden der Nachschub ins Moor gefahren.

Im Jahre 1964 wurde die Berumerfehner Wehr der Kreisbereitschaft des Kreises Norden angegliedert, der sie noch heute angehört.

Bei der Verwaltungs- und Gebietsreform im Jahre 1972 wurde die Freiwillige Feuerwehr Berumerfehn in die Gemeindefeuerwehr Gro(3heide eingegliedert. Der Gemeindebrandmeister Dirk Meyerhoff wurde dann zum Ortsbrandmeister ernannt und nachher zum Gemeindebrandmeister der Gemeindefeuerwehr Großheide gewählt. Im Jahre 1973 wurde dann das 20 Jahre alte „Opel-Blitz“-Fahrzeug gegen ei n LF8-Schwer der Firma Ziegler aus Gingen (Hessen) ausgewechselt. Das große Fahrzeug hat viele Zulade Möglichkeiten, die von der Wehr dringend gebraucht wurden, so zum Beispiel Stromaggregat, Flutlichtanlage, Pressluftatmer und für den Mooreinsatz mehr Schlauchlängen. Nach und nach wurde der Gerätepark der Wehr vervollständigt, denn die Anforderungen stiegen ständig.

Im Jahre 1977 wurde Dirk Meyerhoffwegen Erreichung der Altersgrenze in die Altersabteilung überwiesen. Zu seinem Nachfolger ernannte man Hinrich Holländer und zum Stellvertreter Cornelius Schoof. Diese Führungsspitze besteht noch heute. Um bei der Ausbildung die Wehr unterteilen zu können, wurden drei Gruppen gebildet, die von den einzelnen Gruppenführern Gerhard Schmeding, Siegfried Dirks und Hermann Julius geführt werden. Auch eine Atemschutzgruppe wurde gebildet, die in der Ausbildung des Gruppenführers Gerd Harms steht.

Da das Feuerwehrhaus an der Dorfstraße nicht mehr den Vorschriften entsprach und die Einfahrt für das neue LF 8 zu klein war, wurde von der Gemeinde Großheide ein neues Feuerwehrgerätehaus an der Kirchstraße geplant. Die Bauarbeiten wurden von der Gemeinde Großheide ausgeschrieben, und der Bauunternehmer Johann Janssen aus Berumbur bekam den Zuschlag. Da in dem Keller die Vakuumstation der Kanalisation für die Gemeinde eingebaut werden sollte und dies keinen langen Aufschub duldete, gingen die Arbeiten zügig voran, und am 20. April 1978 konnte das Gebäude schon gerichtet werden. Die feierliche Einweihung und Übergabe erfolgte dann am 16. September 1978, wozu auch die Patenwehr aus Warbsen (Kreis Holzminden) zugegen war.

Da die Berumerfehner Wehr für das große Moorgebiet zuständig ist, wurde im gleichen Zuge von der Gemeinde noch ein Tanklöschfahrzeug (TLF) angeschafft. Dieses Fahrzeug, ein von der Firma Wilhelm Schlingmann in Dissen (Teutoburger Wald) gebauter Spezial Unimog mit 130-PS-Motor und breiter Bereifung, ist für das Moor wie geschaffen. Es hat in vielen Einsätzen schon gute Dienste geleistet. Der letzte größere Brandeinsatz der Berumerfehner Wehr war das Platzgebäude des Kameraden Frerich Grader 3. Oktober 1979. Trotz ungünstiger Windverhältnisse konnte das Wohnhaus mit Hilfe der Großheiderund Arier Ortswehr gerettet werden. Bei dem Großbrand war die Gemeindefeuerwehr mit 75 Feuerwehrmännern 758 Stunden im Einsatz.

Da die Ortswehr Berumerfehn nun optimal ausgerüstet ist und sie im Mittelpunkt der Gemeinde Großheide liegt, wurde sie am 18. April 1983 vom Gemeinderat zur Stützpunktfeuerwehr der Gemeinde Großheide erklärt.

Doch nicht nur der wöchentliche Feuerwehrdienst ist es, der das ausgeprägte Gemeinschaftsbewußtsein innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Berumerfehn entwickelt hat. Geselligkeiten und gemeinnützige Aktivitäten aller Art ergänzen den Feuerwehrdienst sinnvoll. Zu erwähnen ist hier zum Beispiel Boßeln, Strauchbesen werfen, Ausflüge mit Fahrrad und Bus. Advents- und Weihnachtsfeiern mit den Alterskameraden und den Frauen oder Bräuten sowie die Aufnahme einer Freundschaftspatenschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Warbsen (Kreis Holzminden) mit gegenseitigen Besuchen und Grillfesten.

Auch der diesjährige Kreisfeuerwehrtag, den die Berumerfehner Wehr aus Anlass ihres 50. Geburtstages ausrichten darf, wird sicherlich wieder einmal mehr unter Beweis stellen, dass die Berumerfehner Wehrmänner bei allem Eifer und Pflichtbewusstsein die Geselligkeit nicht zu kurz kommen lassen.

Im Jahr ihres 50jährigen Bestehens verfügt die Freiwillige Feuerwehr Berumerfehn über eine Stärke von 33 aktiven Wehrmännern und sechs Alterskameraden sowie sechs fördernde Mitglieder. Ich möchte nun meine Chronik mit dem Leitsatz, der im Feuerwehrhaus aushängt, beenden.

Ob Heide, Jude oder Christ, ob arm, ob reich, ob vornehm ist, ob Feuer in Villa oder Hühnerstall, die Feuerwehr löscht überall.

Hieran schließt sich meine Bitte, das von den Vätern begonnene Werk zum Nutzen der Allgemeinheit fortzusetzen.

 

 

 

Hinrich Holländer Ortsbrandmeister Berumerfehn